Das historische, ehemalige Minensuchboot „Steinbock“, das seit zehn Jahren am Eingang zum Ems-Jade-Kanal in Wilhelmshaven liegt (wir berichteten), hat erneut schwere Schlagseite erlitten. Das Schiff ist weiter abgesunken und hat vermutlich bereits auf dem Grund des Kanals aufgesetzt.

Aus Sicherheitsgründen wurde das Areal weiträumig abgesperrt; es gilt ein striktes Betretungsverbot, das auch für den Eigentümer verbindlich ist.

Da die Festmacher des noch vertäuten Schiffs unter enormer Spannung stehen und jederzeit zu reißen drohen, wurden umgehend Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Eine Spezialfirma hat damit begonnen, die verbliebenen Betriebsstoffe aus dem Schiffskörper abzupumpen, um eine Umweltverschmutzung zu verhindern. Nach offiziellen Angaben der Stadt sind bislang keine Schad- oder Schmierstoffe in das Gewässer ausgetreten.

Wer die Fachfirma für das Abpumpen beauftragt hat, ist derzeit unklar. Rechtlich liegt die Pflicht zur Sicherung sowie das finanzielle Risiko vollumfänglich beim Eigentümer des Schiffes. Dieser muss sowohl für die laufenden Sicherungsmaßnahmen als auch für eine eventuell notwendige Bergung und anschließende Verschrottung aufkommen. Zur Identität des Eigners machte die Stadt Wilhelmshaven aus Datenschutzgründen keine Angaben.

Historie und Zustand des Schiffes
Das Schiff verfügt zwar über einen offiziellen Schwimmfähigkeitsnachweis, der formell bis Juni 2027 gültig ist. Eine Verlängerung dieses Zertifikats gilt angesichts des maroden Zustands des Bootes laut Einschätzung der Stadt von vergangener Woche jedoch als nahezu ausgeschlossen. Die Chronik des Schiffes zeigt eine Reihe technischer Mängel am Liegeplatz:

ZeitraumEreignis / Zustand
1960 – 1974 Offizielle Dienstzeit des Minensuchbootes „Steinbock“.
Seit 2016 Dauerhafter Liegeplatz im Ems-Jade-Kanal in Wilhelmshaven mit wiederkehrenden Problemen.
Juni 2018 Das Schiff erleidet ein Leck und sinkt teilweise im Kanal.
September 2024 Die Feuerwehr muss nach massivem Wassereinbruch ein erneutes Absinken verhindern.
Oktober 2026 Weiteres Absinken führt zum Erreichen des Grundes, Evakuierung der Betriebsstoffe und Betretungsverbot.


Die Behörden überwachen die Lage vor Ort weiterhin intensiv, um bei einer Verschlechterung der Situation sofort eingreifen zu können.


Wattboken

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