Die Überführungsfahrt eines Seglerpaares von Skandinavien nach Portugal ist am gestrigen Freitagabend im Schlepp der Seenotretter zu Ende gegangen. Nördlich von Wangerooge brach aus ungeklärter Ursache der Mast des Kajüt-Katamarans.
Gegen 17.30 Uhr empfing die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der DGzRS auf dem international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Not- und -Anrufkanal 16 einen schwachen „Mayday“-Ruf – das Signal für unmittelbare Lebensgefahr. Der Funkspruch nannte weder den Namen eines Schiffes noch eine Position. Bald darauf meldete sich die Crew einer Segelyacht bei den Seenotrettern. Sie hatte das „Mayday“ in ihrer Nähe ebenfalls aufgefangen und machte einen havarierten Katamaran rund neun Seemeilen nördlich der Insel Wangerooge aus. Das etwa zehn Meter lange Boot hatte Mastbruch erlitten und trieb manövrierunfähig mit zwei Menschen an Bord auf der Nordsee.
Die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, alarmierte den in Hooksiel stationierten Seenotrettungskreuzer BERNHARD GRUBEN, der sofort auslief. Dessen Tochterboot JOHANN FIDI befand sich zu dem Zeitpunkt bereits zu einer Kontrollfahrt auf See und lief dem Seenotrettungskreuzer voraus. Auch das Einsatzschiff der Bundespolizei „Bad Düben“ hatte über Funk von der Notlage erfahren und steuerte die Unglücksstelle an.
Gegen 18.15 Uhr trafen die Einsatzkräfte bei dem havarierten Katamaran ein. Dessen Skipper war durch das unkontrollierte Schaukeln des Bootes auf den Wellen seekrank geworden. Mit dem Kontrollboot der „Bad Düben“ wurde der Mann an Bord des Einsatzschiffes gebracht und dort zwischenzeitlich medizinisch versorgt. Die Seenotretter stiegen gemeinsam mit Bundespolizisten auf den havarierten Katamaran über und trennten schließlich den gebrochenen Mast mitsamt Segel und Takelung ab, um den Havaristen in Schlepp nehmen zu können.
Während die „Bad Düben“ mit ihrem Kran zunächst Mast und Segel sicherte, nahm der Seenotrettungskreuzer BERNHARD GRUBEN den Katamaran in Schlepp. Die Segelpartnerin des Skippers blieb an Bord, um während der Schleppreise das Ruder zu bedienen.
Gegen 22.45 Uhr traf der Schleppverband sicher im Hafen von Hooksiel ein. Wenige Zeit später folgte auch die „Bad Düben“, sodass das Seglerpaar wieder vereint war. Eine weitere medizinische Versorgung war nicht mehr notwendig.
Zur Einsatzzeit herrschten Winde der Stärke 3 und eine langgezogene Dünung mit Wellenhöhen von etwa einem halben Meter.
Quelle: DGzRS