Ab dem 1. Januar 2027 können Sport- und Freizeitskipper den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) komplett kostenlos nutzen. Die bislang erhobene Befahrensabgabe wird offiziell abgeschafft.
Bislang mussten Eigner und Charterer je nach Bootslänge eine Gebühr zwischen 12 und 43 Euro pro Kanaldurchfahrt entrichten. Diese finanzielle Hürde fällt nun weg. Die rund 100 Kilometer lange Abkürzung zwischen Nord- und Ostsee, die Skippern die rund 450 Kilometer (ca. 250 Seemeilen) lange und oft wetteranfällige Route um Skagen (Dänemark) erspart, wird dadurch noch attraktiver.
Hintergrund der Entscheidung ist neben der Förderung des Tourismus eine ehrliche Kosten-Nutzen-Rechnung der Behörden. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums überstieg der personelle und logistische Aufwand für das Einziehen und Kontrollieren der Gebühren zuletzt deutlich die tatsächlichen Einnahmen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erklärte dazu, dass man Vorschriften und Verfahren dort konsequent auf den Prüfstand stelle und abschaffe, wo sie keinen ausreichenden gesellschaftlichen Nutzen mehr erbringen und unnötige Hürden darstellen.
Große Verbände wie der Deutsche Segler-Verband (DSV) und der Deutsche Motoryachtverband (DMYV) begrüßen den Schritt ausdrücklich. Die Neuregelung mache die Passage unkomplizierter und schaffe praxisgerechte Rahmenbedingungen für die maritime Wirtschaft im Norden. Gleichzeitig erhoffen sich die Verbände von dem Signal aus Berlin eine Signalwirkung für andere Bundeswasserstraßen, bei denen ähnlich hohe Verwaltungsbarrieren existieren.
Die neue Verordnung tritt plangemäß zum Jahreswechsel 2027 in Kraft. Freizeitskipper müssen ab diesem Zeitpunkt keine Stopps oder Zahlungsbelege für die Befahrensabgabe mehr einplanen.