Ein Traditionsschiff ist am Samstagmittag auf dem Leitdamm vor Cuxhaven festgekommen. Als einige Stunden später Wasser in den 30 Meter langen Schoner eindrang, rettete die Besatzung des Mehrzweckschiffes „Neuwerk“ des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe-Nordsee vier Segler und einen Hund von Bord. 

Gegen 12.15 Uhr erhielt die Rettungsleitstelle See der DGzRS, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, eine Meldung über ein festgekommenes Segelschiff auf der Außenelbe vor Cuxhaven. Umgehend alarmierte das MRCC den in Cuxhaven stationierten Seenotrettungskreuzer ANNELIESE KRAMER. Kurze Zeit später erreichten die Seenotretter den Havaristen, der bei Tonne 29 auf den Leitdamm gelaufen war, etwa 1,4 Seemeilen (rund 2,6 Kilometer) vor der Kugelbake. 

Die Seenotretter unternahmen einen Freischleppversuch mit dem flachgehenden Tochterboot des Seenotrettungskreuzers, MATHIAS. Der 1890 gebaute Schoner saß jedoch bereits zu fest auf den Steinen des Dammes. Da der Havarist zu dem Zeitpunkt keinen Wassereinbruch verzeichnete, beschlossen Crew und Seenotretter, das nächste Hochwasser gegen Mitternacht für einen neuen Schleppversuch abzuwarten.

Bei auflaufendem Wasser stellte die Besatzung des Havaristen gegen 21 Uhr einen Wassereinbruch fest. Eigene Lenzpumpen an Bord wurden in Betrieb genommen. In Absprache mit den Seenotrettern beschlossen die Segler, weiterhin das Hochwasser für ein Freischleppen abzuwarten. Gegen 22.30 Uhr bot das zu dem Zeitpunkt vor Neuwerk liegende gleichnamige Mehrzweckschiff seine Hilfe an und nahm ebenfalls Kurs auf den Havaristen. Ein Arbeitsboot der „Neuwerk“ – ein Festrumpfschlauchboot – barg daraufhin ein Crewmitglied und einen Hund von dem Traditionsschiff ab. Die ANNELIESE KRAMER befand sich vor Ort auf Stand-by, um jederzeit eingreifen zu können, und leuchtete die Einsatzstelle aus.

Als das Arbeitsboot den Segler an Bord nahm, hatte der Bootsführer den Eindruck, dass sich der Kiel des hölzernen Stagsegelschoners leicht wölbte und ein Auseinanderbrechen drohte. 

Zu dem Zeitpunkt fiel zudem plötzlich eine der Pumpen an Bord des Havaristen aus. Durch diese dramatische Verschlechterung der Lage wurde es notwendig, die Crew aus Sicherheitsgründen komplett abzubergen. Das Arbeitsboot der „Neuwerk“ nahm die restlichen Crewmitglieder an Bord und brachte sie anschließend nach Cuxhaven.

Zur Einsatzzeit herrschten südöstliche Winde mit fünf Beaufort und eine Wellenhöhe von etwa 0,75 Meter. Die Lufttemperatur betrug -3 Grad Celsius, die Wassertemperatur etwa zwei Grad Celsius. Was weiter mit dem Traditionsschiff passiert, obliegt dem Eigner bzw. den zuständigen Behörden

Quelle: DGzRS


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