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Segeln im Wattenmeer

Wende

Bei einer Wende erfolgt ein Kurswechsel, bei dem das Schiff mit dem Bug durch den Wind geht, das heißt der Wind kommt während des Manövers kurzzeitig auch von vorn.

Im Gegensatz dazu geht das Boot bei einer Halse mit dem Heck durch den Wind.

Vorgang und Kommandos

  • „Klar zum Wenden!“ (bei diesem Kommando, sollte der Steuermann bereits auf einem Am-Wind-Kurs sein). Beim Kommando bereitet sich der Vorschoter auf die bevorstehende Wende vor, indem er die Fockschot aus der Klemme löst, bzw. von der Winsch nimmt.
  • Ist er damit fertig, antwortet er: „Ist klar.“
  • Der Steuermann luvt an, indem er die Pinne zum Segel hin drückt, bleibt aber weiter auf der Luv-Seite sitzen.
  • Beim Wegdrücken der Pinne gibt er das Kommando Ree! – damit signalisiert er seinem Vorschoter, dass die Wende beginnt.
    „Halt back die Fock an Steuerbord / an Backbord!“ (Bei Fahrzeugen, die über ein Vorsegel (Fock) verfügen, wird das Vorsegel erst nach dem Kurswechsel auf die neue Leeseite gezogen. Der Druck des Windes auf die Fock beschleunigt und erleichtert die Drehung des Bootes.)
  • „Über die Fock!“ (Das Kommando, die Fock auf die neue Lee-Seite zu ziehen.)
  • Der neue Einfallswinkel des Windes führt dazu, dass anschließend auch das Großsegel von selbst auf die neue Seite übergeht. Dabei nimmt der Steuermann seinen Platz auf der neuen Luv-Seite ein und steuert den neuen Kurs. Er stellt jetzt das Großsegel entsprechend dem neuen gewählten Kurs ein, und der Vorschoter macht dasselbe mit der Fock (Stellung etwa parallel zum Großsegel).

Q-Wende (Kuhwende)

Von einer Q-Wende wird gesprochen, wenn bei einer Wende eine Kursänderung um mehr als 180° erfolgt und daher der vorher anliegende Kurs gekreuzt wird. Der Name ist von der Form des Buchstaben Q abgeleitet, allerdings werden die Formen Kuhwende und Q-Wende heute in der Literatur gleichberechtigt verwendet.

Die Q-Wende wird grundsätzlich aus einem Raumwindkurs heraus ausgeführt. Sie ist das klassische unverzügliche Rettungsmanöver bei Mann über Bord. Die Q-Wende erlaubt auf offener See ohne weitere technische Hilfsmittel etwa an der Stelle wieder anzukommen, wo das Manöver begonnen wurde - also etwa da, wo der Überbordgegangene im Wasser treibt.

Bei widrigen Verhältnissen (Starkwind, unerfahrener Crew) und wenn der Raum nach Lee dies zulässt, kann die Q-Wende außerdem statt einer riskanteren Halse gesegelt werden.

Früher stand die Bezeichnung Kuh-Wende für ein Halsemanöver schwer manövrierbarer Rahsegler, das bei Starkwind ausgeführt wurde. Versagte das Wendemanöver auf Kreuzkurs, da das Schiff nicht durch den Wind ging, wurde stattdessen abgefallen, ein Halsemanöver durchgeführt und wieder angeluvt.

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