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Segeln im Wattenmeer

Tenacious: Crew mit und ohne Behinderung ‎

Tenacious: Behinderte und Nichtbehinderte sind unterwegs nach London ‎Behinderte an Bord eines Segelschiffs – das ist meist eine Ausnahmeerscheinung. Und bei Behinderten auf einem Großsegler denken die meisten wohl eher an den Tagesausflug einer Behindertenwerkstatt. Doch weder das eine noch das andere trifft auf der Tenacious zu.

Die Tenacious ist eine hölzerne Bark. Sie wurde speziell für den Betrieb mit körperlich Behinderten entworfen und ist das längste Holzsegelschiff, das in den vergangenen 100 Jahren in Großbritannien vom Stapel lief, sowie derzeit das längste Holzschiff der Welt in Fahrt.

Das Schiff ist als moderne Bark mit drei Stahlmasten, doppelten Mars- und Bramsegeln geriggt. Ihre Segelfläche beträgt bei Setzen der zehn Rah-, acht Stag- und drei Besansegel 1.217m². Der Flaggenknopf des Großmastes liegt fast 45m über dem Kiel und fast 38m über dem Deck, die längste Rah ist die Großrah mit über 20m. Unter Segeln erreicht sie bis zu 11 Knoten.

Erklärtes Ziel des Seglers ist es, körperlich behinderten Menschen die Möglichkeit zu geben, als Trainee Teil einer Mannschaft zu sein. Hierzu wurde bei Planung und Bau der Schiffe auf diese besonderen Belange eingegangen. Unter anderem hat das Schiff aus diesem Grunde flache Decks. Weiter existieren Aufzüge auch im Mannschaftsbereich, ein sprechender Kompass für Blinde, eine große Radaranzeige für eingeschränkt Sehende und Vibrationsalarm - auch in den Kojen - für eingeschränkt Hörende.

Organisiert vom Behindertensportverband NRW (BSNW) segeln 36 Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam auf der Tenacious zu den Paralympics nach London. Kaum einer von ihnen war zuvor auf einem so großen Schiff- und doch garantieren die Organisatoren, dass gleich nach dem Ablegen jeder seine Aufgabe im Bordleben erfüllen kann. Egal ob es darum geht, die Segel zu setzen - oder das Schiff auf Kurs zu halten.

Es gibt eine zwölfköpfigeStammcrew, die sich um das Gröbste kümmert. Aber die 24 Menschen, die mit ihnen an Bord sein werden, müssen auch etwas tun, sonst wird das Ganze nicht funktionieren. Deck schrubben, Navigieren, Steuern, Segel setzen, Wetter beobachten: Auf einem Schiff gibt es zu jeder Zeit eine Menge Arbeit. Da das Schiff rund um die Uhr segelt, wird jedes Mannschaftsmitglied einer Wache zugeteilt, die zu festen Zeiten arbeitet, in Bereitschaft ist – oder sich in den schmalen Kojen unter Deck ausruhen darf.

Die Tenacious wird Emden am heutigen Freitag Richtung London verlassen und am Mittwoch in London einlaufen.

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