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Segeln im Wattenmeer

Hallig Südfall: Motorsegler leckgeschlagen

Der reibungslosen Zusammenarbeit von Seenotrettern und Luftrettern verdankt der Skipper eines Motorseglers seine Rettung im nordfriesischen Wattenmeer. Das Boot des 68-Jährigen hatte am Freitagabend, 29. Juni 2018, westlich der Hallig Südfall starken Wassereinbruch erlitten. Der Seenotrettungskreuzer EISWETTE der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachte den Mann sicher an Land.

Der Seenotrettungskreuzer EISWETTE (hinten) hat den Skipper dieses leckgeschlagenen Motorseglers vor Hallig Südfall an Bord genommen. Das Boot des 68-Jährigen war auf der Lorenzensplate leckgeschlagen.

Gegen 18.50 Uhr setzte der Wassersportler über den internationalen Sprechfunkkanal 16 einen Mayday-Ruf ab (unmittelbare Lebensgefahr). Die SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) der DGzRS und die EISWETTE fingen den Notruf auf.

Bereits fünf Minuten später war die EISWETTE auf See und nahm mit Höchstfahrt Kurs auf den Havaristen. Zu diesem Zeitpunkt stand das Wasser an Bord des rund acht Meter langen Kimmkielers bereits rund einen Meter hoch. Der Motorsegler war im Heverstrom zwischen den Tonnen 25 und 27 auf der Lorenzensplate festgekommen. „Am Backbord-Kimmkiel klaffte ein etwa 60 mal zwölf Zentimeter großes Leck“, berichtet Stefan Paulsen, Vormann der EISWETTE.

Die SEENOTLEITUNG hatte auch einen Rettungshubschrauber von Northern Helicopters alarmiert. Er traf zuerst vor Ort ein. Der Schiffbrüchige hatte sich unterdessen auf die schon teilweise trockengefallene Lorenzensplate geflüchtet. Der Hubschrauber winschte den Mann auf (nahm ihn mit der Seilwinde auf) und setzte ihn auf der EISWETTE ab. Im Bordhospital kümmerten sich die Seenotretter um den 68-Jährigen. Sie brachten ihn nach Nordstrand. „Er war unverletzt, aber sehr aufgeregt“, sagt Vormann Paulsen.

An Bord des Havaristen war der Wasserstand unterdessen aufgrund der eingesetzten Ebbe gesunken. Mit dem Arbeitsboot NOVIZE der EISWETTE setzten zwei Seenotretter über, um den Schaden in Augenschein zu nehmen. Eine Bergung war nicht mehr möglich.

Die Seenotretter markierten die Position mit einem Ballonfender und informierten die Verkehrszentrale über das Schifffahrtshindernis. Die Wasserschutzpolizei Husum hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen. Zur Unglückszeit herrschten im Revier östliche Winde um drei Beaufort (bis 19 km/h Windgeschwindigkeit), gute Sicht und ruhige See.

Quelle: DGzRS

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